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Mit religiösem Fundamentalismus assoziiert man meist “Islam” und “Terrorgefahr”. Leicht übersieht man dabei den immensen Einfluss der fundamentalistischen "wiedergeborenen Christen" in den USA – und die Ausbreitung der Radikalchristen auch in Deutschland. Auch sie begründen im Kampf gegen den Terrorismus Gewalt mit Religion. Die Legitimation von Gewalt durch Religion hat aber in der abendländischen und der morgenländischen Kultur sehr unterschiedliche psychologische Voraussetzungen. Um die Gründe für islamistischen Fundamentalismus verstehen zu können, muss man sich in die völlig andere Organisation des Selbsterlebens und des sozialen Miteinanders in diesen Kulturen hineinfühlen können, die wesentlich von Vorstellungen der Ehre und Scham geprägt sind. Das Seminar setzt drei Themenschwerpunkte: Zunächst geht es mit Hilfe von Erich Fromms Religionsverständnis um die gesellschaftliche Funktion von Religion. Anschließend versucht Rainer Funk eine Antwort auf die Frage, wie Gewalt wiederum Gewalt gebiert – und welche Rolle Religion dabei spielt. Um religiös motivierten Terrorismus geht es in einem weiteren Teil – wobei der Schwerpunkt auf der Bedeutung von Ehre in schamgeregelten Kulturen liegt. Abschließend wird der Frage nachgegangen, welche Voraussetzungen eine menschenfreundliche Religion haben müsste.
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