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Sind wir eine Gewaltkultur? Die Ablehnung des Kriegs in Afghanistan durch die Mehrheit der Deutschen spricht dagegen. Die Freizeitbeschäftigung vieler spricht jedoch dafür. Da geht Killersoftware vor Weihnachten für Millionen über die Ladentheke, Modebewusste kleiden sich in Camouflage-Design und politisch Interessierte können allabendlich in tagesschau und heute-journal, in Krimis und Unterhaltungssoaps und auch in YouTube-Videos ihren voyeuristischen Gewaltphantasien nachhängen. Gerade für die Jüngsten wird viel Geld für Produkte ausgegeben, die Töten trainieren bzw. die natürliche Tötungshemmung abtrainieren oder aber einfach „nur“ Gewalt belohnen – wie viele andere Medienprodukte auch. Nicht nur dass Kinder bis zur Einschulung bereits etliche Morde in Fernsehen und Kino mitverfolgen konnten, sie stoßen auch unweigerlich auf Filme – sogar bzw. gerade Kinderfilme – die Gewalt als Mittel der Problemlösung anbieten. Und während Computer als das Non-plus-Ultra moderner Bildung angepriesen werden, zumeist von entsprechend gesponserten Wissenschaftlern, haben sie – je früher eingeführt – mehr negative Effekte auf den Lernerfolg als positive. Und die zunehmenden Fluchtmöglichkeiten in virtuelle Welten scheinen nicht primär in träumerische Märchenwelten zu entführen, sondern eher auf einen harten Kriegsalltag vorzubereiten. Sind wir noch zu retten? Was haben derlei Angebote für Wirkungen – auf Kinder, auf Erwachsene, auf unsere ganze Kultur? Warum finden sie so ungehindert Verbreitung? Ja, warum gelten die Gegner dieser Entwicklung als „Hinterwäldler“ und „Innovationsfeinde“? Und was passiert im Kontext der aktuellen Entwicklungen mit unserem Verständnis von Problemlösungsmöglichkeiten, Menschen- und Völkerrecht sowie einer demokratischen Kultur der Gleichberechtigung? Zu letzterer Fragestellung können wir den veröffentlichten Umgang mit dem Krieg in Gaza heranziehen – mit Blick auf die Entwicklungen von morgen.
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